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Nic Knatterton

1980 – ein bedeutungsschwangeres Jahr wissen Historiker und Kulturjournalisten, die kostenlose Promotiontexte verfassen:
Beatrix wird Königin der Niederlande, ein zweitklassiger Schauspieler Präsident der USA und RTL-Anchorgirl Susanne Kronzucker im Pubertätsalter wahrscheinlich von sardischen Seperatisten entführt. Abseits jener Bagatellvorfälle ereignet sich wahrlich prominent der absolute popkulturelle Orgasmus: 11,2 Milliarden Christen weltweit feiern frenetisch die Niederkunft des Dominik Walter im schattigen Hinterzimmer einer verlassenen Glasbläsermanufaktur tief verborgen in den belgischen Karpaten.

Bereits im zarten Alter von 12 Jahren entdeckt letztgenannter seine messianische Berufung und gibt sich von nun an vollständig zu künstlerischer Passion stilisierter Sachbeschädigung hin. Somit gerät er auf dem Trampelpfad des Schicksals zu Rap, über welchen er zunächst stolpert und sich sein Knie aufschlägt. Durch diese blutige Taufe wird ihm seine Aufgabe bewusst und so soll sich der Jüngling immer mehr dem phlegmatischen Problemkind verschreiben, Nic Knatterton ist geboren.

Ein denkwürdiges Duo, so man sie denn genau betrachtet: Der politisch visionäre und zügellos gesellschaftskritische Knatterton und sein durch Vorsehung bestimmter Weggefährte Rap, der im grendzebilen Delirium von Huren und Schusswaffen faselt und vom erwachsenen Publikum hauptsächlich mit Kopfschütteln rezipiert wird.

Die meisten Normalsterblichen hätten den boshaften Zwerg bereits im Keller angekettet und unter Umständen mangelnden Komforts einen Seelenwandel zu erzwingen gedacht, so wäre es nur eine weitere Leiche künstlerischer Passion in einem Vorstadtkeller, völlig high von Modellbauklebstoff an den servierten Fischköpfen erstickt.

Doch Nic Knatterton lebt bereits zu jener längst vergangenen Zeit in dem Bewusstsein, Freiheit und Liebe als Lebensmaxime aller Weltbürger zu manifestieren und wagt sich an einen handfesten Exorzismus: Dem zurückgebliebenen Rap soll der garstige Dämon substanzloser Coolness ausgetrieben werden.

So gründet Nic diverse Selbsthilfegruppen zur gemeinsamen Überwindung gefährlicher Gehirnparasiten, wie zum Beispiel die Aachener Formation (1998 mit Acme) und den als gemeinnützige Organisation anerkannten Dachverband Aachen Inferno. Die düsteren Straßenschluchten der unheiligen Kloake seiner Stadt kontrolliert er darüber hinaus seit dem Jahre 2003 als HipHop-Partisan und sorgt dort noch heute für Zucht und Ordnung, Tugend, Sitte und Moral.

Mit seiner Frau Johanna züchtet er seit mehreren Jahren erfolgreich niedlichen Nachwuchs und präpariert durch liebestrunken-vegetarische Erziehung ideale Hybriden für den prädestinierten Endkampf dieser gottverlassenen Ära.

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